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Archiv der Blogbeiträge

„Was wünschen wir uns voneinander?!“
Auf jeden Fall, dass die Vernetzung weitergeht! Nutzen Sie diesen Blog, um sich über die Veranstaltung „Online trifft offline“ hinaus über Feminismus online/offline auszutauschen und neue feministische Strategien anzuregen. Wir freuen uns über Kommentare, Blogbeiträge, Verlinkungen – und die Diskussion der Frage „Was wünschen wir uns voneinander?“!

Warum nutzen so viele junge Feminist*innen das Netz als Ort des Austausches oder des feministischen Aktivismus? Ich bin sehr oft verwundert über diese Frage, denn für mich persönlich stellt sich eigentlich eine ganz andere: Warum nicht? Das Internet ist das Kommunikations- und Wissensinstrument unserer Gegenwart und wahrscheinlich auch unserer Zukunft. Warum lassen so viele alteingesessene feministische Vereine oder Institutionen sich das entgehen? Das Internet ist auf vielen Ebenen eine große Chance und wenn ich mir anschaue, wie selbstverständlich viele weiße Hetero-Typen immer noch denken, das Netz wäre allein ihr Spielzeug, umso mehr wird deutlich, welchen Widerstand es bedeutet, im Netz Feminismus voran zu treiben.

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Um es gleich vorweg zu sagen, ich bin eine 60 plus Feministin, eine, die, wie wir das damals gesagt haben, den Marsch durch die Institutionen angetreten ist. Ich gehöre zu der Generation, für die die lila Latzhose kein Klischee ist, sondern die dieses Kleidungsstück tatsächlich getragen hat, wobei eine silberne Halskette mit Frauenzeichen plus geballter Faust in der Mitte das politisch korrekte Outfit vervollständigte. Es waren wilde Zeiten, damals, in den 70er Jahren!

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Feminismus nach Köln Von #Aufschrei bis #ausnahmslos: Die (netz-)feministische Szene hat sich ausdifferenziert

»Wir wollten die Welt verändern«, sagt die italienische Philosophin Luisa Muraro auf die Frauenbewegung der 1970er Jahre zurückblickend, »aber dann haben sie uns die Gleichstellung angeboten.« In diesem Dilemma befindet sich der europäische Feminismus etwa seit den 1980er Jahren. Zweifellos hat sich durch die Gleichstellungspolitik Europas die Lebenssituation von Frauen in vielerlei Hinsicht verbessert (wenn auch nicht in jeder). Gleichzeitig jedoch dient das Selbstetikett der weitgehend verwirklichten Geschlechtergleichheit regelmäßig als argumentative Keule, die feministischen Ansätzen entgegen gehalten wird, sobald sie sich nicht mit dem »Gleichsein« der Frauen in Bezug auf eine bereits vorgefundene männliche Norm zufriedengeben. Systemkritische Feministinnen stehen in Europa schnell im Verdacht, »es zu übertreiben«. Ja, sie dürfen beklagen, dass die Gleichheit hier oder da »noch nicht ganz« erreicht ist. Aber das war's eben auch. Gleichberechtigung muss reichen, Weltveränderung wäre zu viel verlangt.

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Die Ereignisse in Köln haben auf der Seite der Rechtsnationalen unglaubliche Kräfte freigesetzt. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die sozialen Medien: Auf Facebook wurde nicht nur ungefiltert sichtbar, dass ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung solche Ansichten hat. Facebook wurde auch zum Resonanzraum, in dem rechte Positionen sich nun öffentlich gegenseitig bestätigten – und bestärkten.
Nun gut. Was die Rechten können, können wir auch, oder?

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Ich habe in den vergangenen Wochen einiges über mein Land erfahren, das ich lieber nicht gewusst hätte. Das klingt arg unpolitisch, ich weiß. Aber es ist bei mir ein Bedürfnis nach Selbstschutz aufgekommen, angesichts der rasanten Verrohung dessen, was öffentliche Debatte zu nennen ein Euphemismus ist.
Frauen, die eine falsche Meinung äußern, werden im Netz mit Gewaltphantasien überschwemmt. Gruppen-Vergewaltigung als Erziehungsmittel, wenn du nicht einstimmst in den anti-islamischen Sound. Eine Frau, die vom Kölner Hauptbahnhof berichtete, sie sei von arabisch aussehenden Männern respektvoll behandelt worden, muss sich anhören: Weil du zu alt und zu hässlich bist, du Schlampe. So kommt das massenhaft jetzt.
Ich hatte nicht gewusst, dass es sich so anfühlt, wenn Frauenhass auf der anti-islamischen Überholspur fahren darf.

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